Barrierearm geplantes Einfamilienhaus

 

Barrierefrei und barrierearm bauen - für ein Zuhause, das mitwächst


Was ist der Unterschied zwischen Barrierefrei und Barrierearm?

Barrierefrei (Bedeutung nach DIN 18040): Gebäude und Räume sind so gestaltet, dass sie ohne fremde Hilfe und ohne besondere Erschwernis von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können – das schließt barrierefreies Wohnen, barrierefreie Bäder, WC-Anlagen und Zugangswege ein. Barrierearm (auch: barrierereduziert) ist ein weiter gefasster Begriff: Er beschreibt Maßnahmen, die das Wohnen komfortabler und zukunftssicherer machen – ohne die strengen Anforderungen der Norm vollständig zu erfüllen. Für die meisten Bauherren ist barrierearm der realistischere und sinnvollere Ansatz beim Hausbau.

 

Zur regionalen Bauberatung

Das wichtigste zum Thema "Barrierearm bauen" auf einen Blick

Mit wenigen Maßnahmen, die beim Hausbau nicht zwangsläufig hohe zusätzliche Kosten bedeuten, können Sie Ihr Haus für die Zukunft komfortabler machen.

  • Barrierearm bauen bedeutet: heute vorausdenken, damit das Haus in jeder Lebensphase funktioniert
  • Es geht nicht nur um Nutzungsverbesserungen für Rollstuhlfahrende - sondern um Komfort für alle: Familien, Ältere, Menschen nach einer Verletzung
  • Wichtige Maßnahmen: stufenloser Eingang, breite Türen, bodengleiche Dusche, ausreichend Bewegungsflächen
  • Auch mehrgeschossige Häuser lassen sich barrierearm planen - z. B. mit Schlafzimmer und Duschbad im Erdgeschoss oder Aufzugsschacht
  • Barrierefreie Maßnahmen können über die KfW gefördert werden (Programm 455-B)

Unser Tipp: Sprechen Sie mit Ihrer regionalen STREIF-Baubeberatung zur Umsetzung Ihrer Möglichkeiten und Wünsche.

Barrierefreies Wohnen

Wer ein Fertighaus baut, denkt meist an die nächsten Jahre, nicht an die nächsten Jahrzehnte. Dabei ist genau das der entscheidende Vorteil beim Neubau: Wer heute die richtigen Weichen stellt, muss später nicht teuer nachrüsten.

STREIF Infografik zur barrierefreien Hausplanung mit Hinweisen zu Wohnräumen, Bad, Türen, Hürden und Etagen

Barrierearm zu bauen bedeutet nicht, ein Pflegeheim zu planen. Es bedeutet, ein Zuhause zu schaffen, das flexibel bleibt und vorausschauend geplant ist für verschiedene Lebensphasen. Egal, ob man es mit  Kleinkinder mit Kinderwagen bewohnt oder selbst im Alter komfortabel leben möchte.

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STREIF Mitarbeiter    

 

Manfred Hower, STREIF-Ansprechpartner für barrierefreies und barrierearmes Bauen und Wohnen

„Wer beim Neubau barrierearme Grundrisse plant, investiert in Lebensqualität – und in die Zukunft. Die meisten Maßnahmen kosten im Neubau kaum Aufpreis, nachträglich aber schnell ein Vielfaches."

 

 

Für wen lohnt sich barrierearm bauen?

Die kurze Antwort: für fast alle. Die etwas längere:

1

Familien mit Kindern

Kinderwagen, Laufräder, Rollbretter, ein stufenloser Eingang und breite Flure machen den Alltag mit kleinen Kindern deutlich entspannter.

2

Menschen ab 50

Wer heute mit 50 baut, wird das Haus voraussichtlich bis ins hohe Alter bewohnen. Wer dann nicht umziehen möchte, sollte heute die Grundlagen legen – bevor eine Hüftoperation oder ein Sturz die Entscheidung abnimmt.

3

Menschen nach Verletzungen oder Erkrankungen

Ein gebrochenes Bein, eine Rücken-OP, ein Schlaganfall – solche Ereignisse sind nicht planbar. Ein barrierearmes Haus macht sie deutlich besser handhabbar.

4

Pflegende Angehörige

Wer Eltern oder Schwiegereltern zu sich holt oder regelmäßig Besuch von älteren Menschen erwartet, profitiert von einem Haus, das für alle funktioniert.

5

Zwei Joker beim Hausbau

Wer im Erdgeschoss ein Zusatzzimmer plant und ein Duschbad statt eines Gäst-WC's hat schon viel erreicht. Mit diesen beiden Details wird das Wohnen auf einer Etage möglich. Liegt der Zusatzraum direkt beim Hauseingang könnten dieser auch flexibel für eine Selbstständigkeit oder als Homeoffice genutzt werden.

Grundriss für ein mehrgeschossiges Haus, das im Erdgeschoss barrierearm geplant und gebaut wurde

Darstellung eines barrierearmen Grundrisses

Welche Maßnahmen machen ein Haus barrierearm?

Eingangsbereich und Zugangswege

Der Eingang ist die erste Hürde und oft die entscheidende. Ein barrierefreier Eingang bedeutet: kein Treppenabsatz, keine Schwelle, ein überdachter Bereich mit ausreichend Platz. Zugangswege sollten mindestens 120 cm breit sein und maximal 3 % Gefälle aufweisen. Ein elektrischer Türöffner oder ein Smart-Lock erleichtern die Bedienung zusätzlich.

Bad und Sanitär barrierefrei planen

  • Dusche barrierefrei: Bodengleiche Dusche (mind. 90 x 90 cm, besser 120 x 120 cm), keine Schwelle, höhenverstellbarer Duschkopf
  • WC barrierefrei: Angepasste Sitzhöhe (ca. 46–48 cm), seitliche Bewegungsfläche mind. 90 cm, Haltegriffe
  • Barrierefrei WC Grundriss: Bewegungsfläche von mind. 150 x 150 cm vor dem WC einplanen
  • Unterfahrbares Waschbecken (für Rollstuhl oder Hocker)
  • Haltegriffe und Stützstangen (Wand entsprechend vorbereiten)
  • Rutschhemmende Bodenbeläge (mind. Klasse R10)
  • Gesamtgröße: mind. 9 m²

Eine bodengleiche Dusche hat sich längst als Standard im Neubau etabliert – nicht nur aus Barrierefreiheitsgründen, sondern weil sie schlicht komfortabler ist.

Türen & Flure

Zimmertüren sollten mindestens 90 cm breit sein und sich mindestens 90 Grad öffnen lassen. Schiebetüren sind eine platzsparende Alternative. Flure und Bewegungsflächen hinter Türen sollten mindestens 150 x 150 cm betragen – das gilt für Rollstühle genauso wie für Kinderwagen.

Grundriss & Raumplanung

Der wichtigste Hebel beim Neubau: der Grundriss. Wer alle wesentlichen Räume – Schlafzimmer, Bad, Küche, Wohnbereich – im Erdgeschoss plant, schafft die Grundlage für ein Zuhause, das in jeder Lebensphase funktioniert. Offene Grundrisse sind dabei doppelt vorteilhaft: Sie wirken großzügig und bieten gleichzeitig mehr Bewegungsfreiheit.

Küche

Barrierefreie Küchen sind heute gut verfügbar: höhenverstellbare Arbeitsflächen, unterfahrbare Kochbereiche, absenkbare Oberschränke. Auch der Einbau von Backofen und Geschirrspüler in ergonomischer Höhe macht den Alltag komfortabler – unabhängig vom Alter.

Terrasse & Außenbereich

Der Übergang von innen nach außen sollte schwellenlos sein. Terrassen und Zugangswege zum Garten lassen sich im Neubau problemlos stufenlos planen – mit maximal 3 % Gefälle zur Entwässerung.

Mit Smart Home barrierearmes Wohnen unterstützen

Barrierearmut und Smart-Home ergänzen sich gut: Eine zentrale Steuerung von Türkommunikation, Beleuchtung, Heizung und Rollläden erleichtert den Alltag, besonders dann, wenn Mobilität eingeschränkt ist. Elektrische Rollläden, automatische Beleuchtung per Bewegungsmelder oder eine Videotürklingel mit Smartphone-Anbindung sind Maßnahmen, die sich im Neubau einfach integrieren lassen und später kaum nachzurüsten sind.

Wer heute auf eine ausbaufähige Elektroinstallation achtet, hält sich alle Optionen offen.

Bauen 50+
Wenn Barrierearmut zur Priorität wird

Für Menschen ab 50 verändert sich die Planung eines Eigenheims oft grundlegend. Komfort, Barrierefreiheit, Energieeffizienz und langfristige Wohnqualität rücken in den Vordergrund – nicht weil das Haus anders aussehen muss, sondern weil es vorausschauender geplant wird.

 

Was das konkret bedeutet

Mehrgenerationenhaus Ein zusätzlicher Wohnbereich im Haus oder auf dem Grundstück ermöglicht es, dass Kinder oder Pflegepersoanl später dort wohnen können - ohne das eigene Haus aufzugeben.
Flexible Raumaufteilung  Wer heute Wände als nicht-tragend plant, kann später Räume zusammenlegen, abtrennen oder umwidmen - ohne großen Eingriff in die Bausubstanz.
Grundstück und Lage Nähe zu Ärzten, Einkauf und ÖPNV wird mit dem Alter wichtiger. Auch Terrassen, Wege und Garage sollten ohne Treppen oder Hindernisse erreichbar sein.
Energieeffizienz Gute Dämmung, Fußbodenheizung, Wärmepumpe und Photovoltaik sorgen für ein angenehmes Raumklima – und halten die Betriebskosten langfristig niedrig.
Smart-Home Zentrale Steuerung von Rollläden, Beleuchtung, Heizung und Türkommunikation erleichtert den Alltag – besonders wenn Mobilität eingeschränkt ist. Wer heute auf eine ausbaufähige Elektroinstallation achtet, hält sich alle Optionen offen.

 

Ehepaar lächelt auf einer Bank sitzend

Was Sie im Whitepaper erwartet

Unser Whitepaper bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle zentralen Themen rund ums komfortable und barrierearme Bauen, von der frühzeitigen Planung über architektonische Maßnahmen bis hin zu energieeffizienten Technologien. Es hilft Ihnen, die richtigen Entscheidungen für Ihr zukünftiges Zuhause zu treffen: Welche Wohnform passt zu Ihren Lebensplänen? Wie lässt sich ein Grundriss gestalten, der Bewegungsfreiheit, Komfort und Ästhetik vereint? Welche technischen Lösungen bieten Sicherheit und Unabhängigkeit – heute und morgen?

Gleichzeitig liefert das Whitepaper wertvolle Orientierung bei der Auswahl eines passenden Grundstücks, zeigt konkrete Beispiele moderner Bungalows und bietet praktische Checklisten, damit Sie in jeder Planungsphase den Überblick behalten.

Und nicht zuletzt: Sie erfahren, wie Sie mit durchdachter Architektur, energieeffizienter Ausstattung und vorausschauender Planung ein Zuhause schaffen, das dauerhaft Lebensqualität bietet – barrierearm, stilvoll und zukunftssicher.

Praktisch dazu: Eine kompakte Checkliste, mit der Ihr Hausbau ganz sicher funktioniert!

Barrierearmes Bauen - auch ohne Bungalow

Barrierearm bauen wird oft mit dem Bungalow gleichgesetzt – und ja, ein ebenerdiges Haus auf einem flachen Grundstück ist die einfachste Ausgangsbasis. Aber es ist nicht die einzige Möglichkeit.

 

Haustyp Barrierearm möglich? Wie?
Bungalow Ideal Alles ebenerdig, keine Treppe, maximale Flexibilität
Einfamilienhaus 1,5-geschossig Gut möglich Schlafzimmer und Bad im EG planen, Treppe mit Handlauf
Stadtvilla Möglich EG vollständig nutzbar planen, ggf. Aufzugsschacht vorbereiten
Haus mit Einliegerwohnung Möglich EG-Wohnung barrierearm gestalten
Doppelhaus Möglich Je nach Grundriss, EG-Planung entscheidend

Der entscheidende Vorteil beim Fertighaus Neubau:

Ein Aufzugschacht lässt sich beim Bau vorbereiten – ohne dass sofort ein Aufzug eingebaut werden muss. Das spart erhebliche Kosten im Vergleich zur späteren Nachrüstung. Bietet die Planung im Erdgeschoss einen Zusatzraum und ein Duschad, ist das Wohnen auf einer Etage immer möglich. Wird die Familie doch noch größer als eigentlich geplant wird der Zusatzraum ebenfalls wichtig. Dieser Zusatzraum bietet Flexibilität und deutlich mehr Nutzungsoptionen.

Sie brauchen jetzt eine Lösung - nicht in zehn Jahren

Nicht alle, die sich mit barrierefreiem Bauen beschäftigen, planen für die Zukunft. Manche brauchen die Lösung jetzt, wegen einer Erkrankung, eines Unfalls, einer angeborenen Behinderung oder einer dauerhaften Einschränkung der Mobilität.

Für diese Gruppe gilt: Barrierefrei (nach DIN 18040) ist der richtige Maßstab – nicht barrierearm. Der Unterschied ist entscheidend: Barrierearm bedeutet komfortabler und vorausschauender als der Standard. Barrierefrei bedeutet: vollständig nutzbar ohne fremde Hilfe – auch mit Rollstuhl.

Was ein wirklich barrierefreies Haus braucht:

  • Rollstuhlgerechte Bewegungsflächen: Mindestens 150 × 150 cm vor Türen, Sanitärobjekten und im Flur – damit ein Rollstuhl wenden kann
  • Türbreiten von mindestens 90 cm in allen genutzten Räumen
  • Unterfahrbare Küche und Waschbecken – Arbeitsflächen und Becken ohne Unterschrank, damit sie im Sitzen erreichbar sind
  • Barrierefreies Bad nach DIN 18040: Bodengleiche Dusche (mind. 120 × 120 cm), WC mit beidseitiger Bewegungsfläche (je 90 cm), Haltegriffe, unterfahrbares Waschbecken
  • Stufenloser Zugang von der Straße bis in alle Räume – kein Absatz, keine Schwelle, kein Gefälle über 3 %
  • Aufzug oder ebenerdige Erschließung aller täglich genutzten Räume
  • Elektrische Türöffner und Smart-Home-Integration für Türkommunikation, Rollläden und Beleuchtung

STREIF plant barrierefreie Häuser nach DIN 18040 – individuell, nicht nach Schema. Wer heute auf einen Rollstuhl angewiesen ist oder absehen kann, dass sich das nicht ändert, bekommt bei STREIF eine Planung, die das von Anfang an berücksichtigt – nicht als Sonderlösung, sondern als Teil des Grundrisses.

 

Zukunftssicher wohnen im Qualitätshaus von STREIF

Verlässlichkeit, modernes Design und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis: STREIF zählt zu den führenden Fertighausherstellern in Deutschland. Unsere vielfach ausgezeichneten Häuser verbinden höchste Bauqualität mit nachhaltigen Materialien und umfassendem Kundenservice - für ein Zuhause, das Generationen begeistert.

Sie fragen

Wir antworten

Was versteht man unter barrierefreiem Wohnen?

Barrierefreies Wohnen bedeutet, dass eine Wohnung oder ein Haus so gestaltet ist, dass sie von Menschen mit körperlichen Einschränkungen ohne fremde Hilfe und ohne besondere Erschwernis genutzt werden kann. Das umfasst stufenlose Zugänge, breite Türen, ein barrierefreies Bad mit bodengleicher Dusche und barrierefreiem WC sowie ausreichend Bewegungsflächen in allen Räumen. Die genauen Anforderungen sind in der DIN 18040 geregelt. Für die meisten Bauherren ist barrierearm – also eine vorausschauende, komfortorientierte Planung – der sinnvollere Ansatz.

Wie groß darf eine Wohnung für Behinderte sein?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für die Größe einer barrierefreien Wohnung. Was die DIN 18040 vorschreibt, sind Mindestmaße: zum Beispiel Bewegungsflächen von 150 x 150 cm vor Sanitärobjekten und hinter Türen, Türbreiten von mindestens 90 cm und ein barrierefreies Bad mit mindestens 9 m². Die Gesamtgröße der Wohnung oder des Hauses ist frei wählbar – entscheidend sind die Maße und die Zugänglichkeit der einzelnen Räume.

Was gehört alles zu einer barrierefreien Wohnung?

Eine barrierefreie Wohnung umfasst mehrere Bereiche: einen stufenlosen Eingang mit ausreichend breitem Zugangsweg, breite Türen (mind. 90 cm), ein barrierefreies Bad mit bodengleicher Dusche und barrierefreiem WC, unterfahrbare Sanitärobjekte, ausreichend Bewegungsflächen in allen Räumen sowie rutschhemmende Bodenbeläge. Dazu kommen je nach Bedarf Haltegriffe, ein Aufzug bei mehrgeschossigen Gebäuden und eine barrierefreie Küche mit unterfahrbaren Arbeitsflächen. Im Neubau lassen sich all diese Elemente von Anfang an sauber integrieren.

Ist barrierefrei gleich behindertengerecht?

Nicht ganz – die Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Nuancen. „Barrierefrei" ist der normierte Begriff nach DIN 18040 und beschreibt konkrete bauliche Anforderungen. „Behindertengerecht" ist ein allgemeinerer Begriff, der je nach Kontext unterschiedlich ausgelegt wird. In der Praxis meinen beide dasselbe Ziel: ein Gebäude, das Menschen mit körperlichen Einschränkungen ohne fremde Hilfe nutzen können. Davon zu unterscheiden ist „barrierearm" – das beschreibt eine vorausschauende Planung für alle Lebensphasen, ohne die volle Norm zu erfüllen.

Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und barrierearm?

Barrierefrei ist ein gesetzlich normierter Begriff (DIN 18040) mit klaren Anforderungen – vor allem für Menschen mit Behinderungen. Barrierearm ist ein weiter gefasster Begriff: Er beschreibt Maßnahmen, die das Wohnen komfortabler und zukunftssicherer machen, ohne die volle Norm zu erfüllen. Für die meisten Bauherren, die vorausschauend planen, ist barrierearm der sinnvollere Ansatz.

Muss ich einen Bungalow bauen, um barrierearm zu wohnen?

Nein. Ein Bungalow ist die einfachste Lösung für barrierefreies Bauen, aber nicht die einzige. Auch in einem zwei- oder mehrgeschossigen Haus lässt sich barrierearm planen – zum Beispiel, indem Schlafzimmer und Bad im Erdgeschoss liegen oder ein Aufzugschacht vorbereitet wird.

Was kostet barrierefreies Bauen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, es hängt stark davon ab, welche Maßnahmen umgesetzt werden und in welchem Umfang. Grundsätzlich gilt: Im Neubau sind die meisten Maßnahmen deutlich günstiger als in der Nachrüstung, weil sie einfach in die Planung integriert werden. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie individuell.

Welche Maßnahmen werden von der KfW gefördert?

Über das KfW-Programm 455-B werden unter anderem bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, Rampen, Aufzüge und barrierefreie Bäder gefördert. Die genauen Konditionen ändern sich regelmäßig – Ihre STREIF-Bauberatung informiert Sie aktuell.

Wissenscheck

Barrierearm bauen mit STREIF


Barrierefreiheit ist mehr als ein Schlagwort. In diesem Abschnitt finden Sie vertiefende Informationen zu den wichtigsten Themen rund ums barrierefreie und barrierearme Bauen.

1. Was sagt die DIN 18040 – und was bedeutet das für Bauherren?

Was sagt die DIN 18040 – und was bedeutet das für Bauherren?
Die DIN 18040 ist die zentrale Norm für barrierefreies Bauen in Deutschland. Sie definiert konkrete Anforderungen an Maße, Bewegungsflächen, Ausstattung und Zugänglichkeit – und unterscheidet dabei zwischen öffentlich zugänglichen Gebäuden (Teil 1) und Wohngebäuden (Teil 2).
Für private Bauherren ist Teil 2 relevant. Er legt unter anderem fest: Türbreiten von mindestens 90 cm, Bewegungsflächen von 150 x 150 cm vor und hinter Türen, stufenlose Zugänge, unterfahrbare Sanitärobjekte und rutschhemmende Bodenbeläge.
Wichtig zu wissen: Die DIN 18040 ist für private Neubauten in den meisten Bundesländern nicht verpflichtend – sie gilt als Empfehlung. Wer KfW-Förderung in Anspruch nehmen möchte, muss jedoch bestimmte Anforderungen der Norm erfüllen. Und wer vorausschauend plant, orientiert sich ohnehin daran – weil es schlicht sinnvoll ist.

2. Barrierefreies Bad planen – worauf es wirklich ankommt

Das Bad ist der Raum, in dem barrierefreies Bauen den größten Unterschied macht – und in dem nachträgliche Umbauten am aufwendigsten sind. Deshalb lohnt es sich, hier von Anfang an richtig zu planen.
Ein barrierefreies oder barrierearmes Bad sollte mindestens 9 m² groß sein. Die wichtigsten Elemente:
Bodengleiche Dusche: Mindestens 90 x 90 cm, besser 120 x 120 cm. Kein Einstieg, keine Schwelle. Höhenverstellbarer Duschkopf und ein Klappsitz erhöhen den Komfort. Die bodengleiche Dusche hat sich im Neubau längst als Standard etabliert – nicht nur aus Barrierefreiheitsgründen.
Waschbecken: Unterfahrbar gestalten, damit es auch im Sitzen – ob auf einem Hocker oder im Rollstuhl – bequem genutzt werden kann. Auf Unterschränke darunter verzichten oder flexible Rollcontainer verwenden.
WC: Die Sitzhöhe sollte ca. 46–48 cm betragen. Seitlich neben der Toilette ist eine Bewegungsfläche von mindestens 90 cm einzuplanen. Haltegriffe links und rechts sind empfehlenswert – und lassen sich auch nachträglich montieren, wenn die Wand entsprechend vorbereitet ist (Vorwandinstallation mit Verstärkungsplatten).
Bodenbelag: Rutschhemmend, mindestens Rutschhemmklasse R10, besser R11. Das gilt nicht nur für barrierefreie Bäder – sondern für jedes Bad.

3. Stufenloser Eingang – mehr als eine Rampe

Der Eingangsbereich ist die erste und oft entscheidende Hürde. Ein stufenloser Eingang bedeutet mehr als nur eine Rampe vor der Haustür – er beginnt bereits bei der Grundstücksplanung.
Zugangswege: Mindestens 120 cm breit, maximal 3 % Gefälle. Befestigt, rutschhemmend, gut beleuchtet.
Stellplatz: Wer mit einem Rollstuhl oder Rollator aus dem Auto aussteigt, braucht seitlich neben dem Fahrzeug eine Bewegungsfläche von mindestens 150 cm. Das ergibt eine Gesamtstellplatzbreite von ca. 350 cm – das sollte bei der Carport- oder Garagenplanung berücksichtigt werden.
Haustür: Mindestens 90 cm breit, keine Schwelle. Ein überdachter Bereich davor schützt vor Regen und gibt Zeit zum Aufschließen. Eine Sitzgelegenheit in der Nähe erhöht den Komfort.
Türöffnung: Elektrische Türöffner, Fingerprint-Systeme oder Smart Locks erleichtern die Bedienung – besonders wenn die Hände voll sind oder die Mobilität eingeschränkt ist.

4. Barrierefreier Grundriss – was beim Planen wirklich zählt

Der Grundriss ist der wichtigste Hebel für barrierefreies Bauen – und gleichzeitig der, der sich am schwersten nachträglich ändern lässt. Deshalb lohnt es sich, hier von Anfang an zu denken.
Alle wesentlichen Räume im Erdgeschoss: Schlafzimmer, Bad, Küche und Wohnbereich sollten im EG liegen – oder zumindest so geplant sein, dass sie dorthin verlagert werden könnten. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass das Haus auch dann noch funktioniert, wenn Treppen zum Problem werden.
Offene Grundrisse: Großzügige, offene Raumkonzepte sind nicht nur modern – sie bieten auch mehr Bewegungsfreiheit und lassen sich flexibler nutzen.
Bewegungsflächen: Hinter jeder Tür, vor jedem Sanitärobjekt, neben dem Bett – überall sollte eine Fläche von mindestens 150 x 150 cm eingeplant werden. Das klingt viel, fällt in einem gut geplanten Grundriss aber kaum auf.
Aufzugschacht vorbereiten: Wer in einem mehrgeschossigen Haus baut und später vielleicht einen Aufzug nachrüsten möchte, sollte den Schacht bereits beim Bau vorbereiten. Das kostet im Neubau wenig – nachträglich ist es ein erheblicher Eingriff.

5. KfW-Förderung für barrierefreies Bauen

Barrierefreie und barrierereduzierende Maßnahmen können über die KfW gefördert werden – konkret über das Programm „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss 455-B". Gefördert werden unter anderem:
•    Bodengleiche Duschen und barrierefreie Bäder
•    Verbreiterung von Türen
•    Rampen und stufenlose Zugänge
•    Aufzüge und Treppenlifte
•    Anpassungen im Außenbereich

Wichtig: Die Förderung gilt auch für den Neubau, wenn entsprechende Maßnahmen über den gesetzlichen Standard hinausgehen. Sprechen Sie Ihre regionale STREIF-Bauberatung an – sie informiert Sie, welche Maßnahmen in Ihrem konkreten Fall förderfähig sind.

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